Als passionierter Pilzsammler einem überraschend lukrativen Hobby nachgehen

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In Deutschland gibt es tausende begeisterte Pilzsammler. Angesichts der vielfältigen Auswahl, die in unseren Wäldern zur Verfügung steht, ist das jedoch auch kaum verwunderlich. Die meisten Pilzsammler betreiben die Tätigkeit dabei lediglich als Hobby. Die Pilze werden nach dem Sammeln meist selber verzehrt. Dabei wird ganz außer Acht gelassen, dass sich mit Pilzen wirklich einiges verdienen lässt. Bis man an diesem Punkt angelangt ist, benötigt es jedoch einer Menge Erfahrung und noch einigen anderen Dingen. Worum es sich hierbei handelt und was man sonst noch über Pilze als Einnahmequelle wissen sollte, möchten wir Ihnen gerne zeigen.

Schritt für Schritt Anleitung:

  1. Sich das nötige Fachwissen aneignen (z. B. Bücher)
  2. Kontakte zu anderen Pilzsammlern knüpfen
  3. Mit anderen Pilzsammlern auf die Suche gehen und Erfahrungen sammeln
  4. Anfangen selbstständig Pilze zu sammeln
  5. Gefundene Pilze von Kollegen überprüfen lassen (v. a. bei Unsicherheiten)
  6. Pilze waschen und zum Verkauf präparieren
  7. Langfristige Abnehmer suchen
  8. Abnehmer finden und Pilze zu guten Preisen verkaufen
  9. Mit seinem Hobby als Pilzsammler Geld verdienen

Was Sie als Pilzsammler auf jeden Fall können sollten

Der derzeitige Fall in Frankfurt, in dem drei Kinder und ihr Vater im Krankenhaus ums Überleben kämpfen, zeigt, welches Risiko von giftigen Pilzen ausgeht. Leider sind nicht alle so gut zu erkennen wie der berüchtigte Fliegenpilz. Manche Giftpilze ähneln gar Speisepilzen. Dadurch besteht natürlich die Gefahr einer Verwechslung. So kann der tödlich giftige Grüne Knollenblätterpilz, schnell mal einem Grünen Speise-Täubling ähneln. Um solche Verwechslungen zu vermeiden und sich selbst und andere nicht in Gefahr zu bringen, benötigt man ein umfangreiches Wissen und eine Menge Erfahrung. Dieses gilt es sich aus Büchern und Touren mit anderen Pilzsammlern anzueignen. Ein solches ist allerdings nicht nur nötig, wenn es um die Unterscheidung bestimmter Pilzarten geht. Besonders mit der Zeit wird man nämlich zunehmend ein Gespür dafür entwickeln, wo sich gute Hotspots für Pilze befinden könnten. Die nötige Kompetenz kann aber z. B. auch für das Finden von Abnehmern genutzt werden. Mehr wird im Grunde nicht von einem Pilzsammler gefordert. Lediglich ein Bezug zum Wald und eine gewisse Naturverbundenheit, sollten als Sammler mitgebracht werden.

Wie viel Geld Sie mit dem Sammeln und Verkaufen von Pilzen verdienen können

Es ist keine Seltenheit, dass ein Pilzsammler nach einem langen Tag, mit einigen Kilo Pilzen nach Hause kommt. Das ist unter Umständen eine Menge Geld, was jedoch von den gesammelten Sorten abhängt. Bereits für Steinpilze gibt es bis zu 50 Euro aufs Kilo. Pfifferlinge bringen etwa 10 bis 20 Euro aufs Kilo. Mittlerweile gibt es in Deutschland allerdings sogar Trüffel. Diese sind natürlich die reinste Goldgrube. Hier sind mehr als 10000 Euro aufs Kilo möglich. Es gibt jedoch noch viele weitere Sorten, die sich durchaus lohnen können. Die Nachfrage nach frischen Pilzen ist insgesamt recht hoch, weswegen man auch gute Preise erzielen kann. Der Verdienst schwankt dabei stark und hängt von verkaufter Menge, Sorte, Qualität und Region ab. Fakt ist, dass sich überraschend viel Geld verdienen lässt. Bereits 3 Kilo Steinpilze und 5 Kilo Pfifferlinge können bis zu 250 Euro einbringen. Eine solche Menge kann realistisch an einem Tag gefunden werden. Wer jetzt allerdings hofft durch Trüffel großen Reichtum zu erlangen, den müssen wir leider enttäuschen. Die Pilze wachsen unter der Erde, sind selten und lassen sich nur mit Hilfsmitteln finden z. B. Schweine.

Wo Sie Abnehmer für Ihre gesammelten Pilze finden

Sollte man eine beachtliche Menge Pilze gesammelt haben, müssen diese natürlich noch verkauft werden. Viele Pilzsammler trauen sich das nicht zu, weswegen ihnen einiges an Geld entgeht. Das liegt auch daran, dass man die Pilze natürlich möglichst frisch verkaufen möchte. Daher benötigt man im Grunde einen oder mehrere Großabnehmer. Der alleinige Verkauf an Privatpersonen ist zwar auch möglich, braucht jedoch wesentlich mehr Zeit und ist umständlicher. Die erste Adresse für Pilzsammler sollten Restaurants sein. Dabei gilt es Eigeninitiative zu ergreifen und persönlich auf mehrere Restaurants zuzugehen. Spätestens nach einigen Versuchen, sollte man den ein oder anderen Abnehmer gefunden haben. Falls man nicht vorhat regelmäßig zu liefern, wird man wahrscheinlich eher bei kleineren Gaststätten Erfolg haben. Diese sind aber ebenfalls dazu bereit gute Preise zu zahlen. Wer an einer langfristigen Kooperation interessiert ist, sollte beschädigte oder zu kleine Pilze bei seinen Lieferungen aussortieren. Das wirkt professioneller, macht einen guten Eindruck und beugt möglichen Beschwerden vor.

Rechtliche Regelungen für das Sammeln und den Verkauf von Pilzen

Bevor man sich an den Verkauf von Pilzen macht, muss man sich erst einmal eine Sammelgenehmigung einholen. Diese bekommt man in der Regel bei der zuständigen Naturschutzbehörde. Zudem gibt es oft weitere Richtlinien, an die man sich halten muss. Dazu zählen beispielsweise eine Mengenbeschränkung für bestimmte Arten. Wer sich hier nicht an die Regeln hält und erwischt wird, muss mit saftigen Bußgeldern rechnen. Daher ist eine Genehmigung um jeden Preis einzuholen. Hierbei verhält es sich ähnlich wie mit einem Angelschein. Es geht vordergründlich um Nachhaltigkeit und Naturschutz. Da viel Waldfläche in Privatbesitz ist, gilt es hier gegebenenfalls zu fragen. Übrigens gibt es auch Waldflächen, an denen das Sammeln komplett verboten ist. Dazu zählen beispielsweise Naturschutz- und Landschaftsschutzgebiete.