Als Goldschmied seinen Lebensunterhalt bestreiten – weit weniger lukrativ als man denkt

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Juweliere und Goldschmiede sind ständig von kostbarem Schmuck umgeben. Da liegt die Annahme natürlich sehr nahe, dass diese einen Haufen Geld verdienen. Das ist allerdings nur selten der Fall. Gerade Angestellte Goldschmiede verdienen überraschend wenig. Dennoch kann sich die Tätigkeit unter Umständen lohnen. Schließlich kann man sich selbstständig machen, wodurch ein wesentlich besserer Verdienst möglich ist. Wie man Goldschmied wird und wie derzeit die Berufschancen aussehen, zeigen wir Ihnen in diesem Artikel. Wir wollen dabei gleich vorwegnehmen, dass die Tätigkeit nur für Menschen infrage kommt, die wirklich große Freude an der Fertigung von Goldschmuck verspüren.

Schritt für Schritt Anleitung:

  1. Ein Praktikum in einem Goldschmiedebetrieb absolvieren
  2. Für eine duale Ausbildung zum Goldschmied bewerben
  3. Nach 3,5 Jahren die Gesellenprüfung abschließen
  4. Als gelernter Goldschmied Erfahrungen in einem Betrieb sammeln
  5. Eine Weiterbildung zum Goldschmiedemeister machen
  6. Mit seiner Tätigkeit als Angestellter etwas Geld zurücklegen
  7. Einen Businessplan mit Potential entwerfen
  8. Sich selbstständig machen und einen Goldladen eröffnen
  9. Gegen die Konkurrenz durchsetzen und einen Ruf aufbauen
  10. Langfristig als Goldschmied sehr viel Geld verdienen

Wie wird man eigentlich Goldschmied?

Bevor man eine Tätigkeit als Goldschmied überhaupt in Erwägung zieht, sollte man erst einmal ein Praktikum in einem Goldschmiedebetrieb machen. Hier bekommt man einen ersten Einblick und kann hinterher entscheiden, ob der Beruf für einen infrage kommt. Außerdem hat man so bessere Startvoraussetzungen, wenn man sich für eine Ausbildung bewirbt. Diese basiert auf einem dualen System und dauert 3 ½ bis 4 Jahre. Im Betrieb werden die praktischen Tätigkeiten gelehrt, während in der Berufsschule die Theorie im Vordergrund steht. Auch grundlegende Allgemeinbildung ist Gegenstand der Lehre. Um die Ausbildung zum Goldschmied abzuschließen, müssen zwei Prüfungen absolviert werden: Eine Zwischenprüfung und die Gesellenprüfung. Der Schulabschluss spielt bei der Bewerbung als Goldschmied übrigens nicht zwingend eine Rolle. Einen gewissen Hang zu Mathematik, Physik und Chemie, sollte man als werdender Goldschmied dennoch vorweisen. Gewisse Grundkenntnisse in diesen Bereichen sind nämlich für die Schmuckherstellung erforderlich.

Was ein Goldschmied verdient und wie die Karrierechancen aussehen

Trotz der weitläufig verbreiteten Meinung in der Gesellschaft, haben es Goldschmiede finanziell nicht allzu gut. Bereits während der Ausbildung ist die Vergütung vergleichsweise mager. Viele Betriebe zahlen im ersten Lehrjahr eine Vergütung von gerade einmal 220 bis 400 Euro. Im Laufe der Ausbildung steigert sich diese dann in der Regel auf 600 bis 800 Euro. Allerdings kommt das stark auf den jeweiligen Goldschmiedebetrieb an. Größere Unternehmen zahlen meist mehr. Das Einstiegsgehalt liegt circa bei 1500 brutto. Mit einigen Jahren Berufserfahrung steigt dieses dann auf 2000 brutto an. Hier pendelt sich der Verdienst dann ein. Wer mehr verdienen möchte, sollte daher eine Weiterbildung zum Goldschmiedemeister in Betracht ziehen. Auch hier ist das Einstiegsgehalt mit circa 1800 brutto nicht gerade verlockend. Dafür kann man mit hinreichender Erfahrung und einem guten Arbeitgeber, realistisch auf einen Verdienst von 3000 brutto kommen.

Zudem hat man als Goldschmiedemeister bessere Chancen, wenn es um den Sprung in die Selbstständigkeit geht. Doch auch als Selbstständiger sind die Aussichten nicht optimal. Da die Voraussetzung zur Eröffnung eines eigenen Goldladens nicht allzu noch sind, muss man mit einer starken Konkurrenz rechnen. Sich gegen diese durchzusetzen ist alles andere als einfach. Zumal sich unter den Konkurrenten viele traditionelle Familienbetriebe befinden, die sich bereits seit Jahrzehnten einen Namen gemacht haben. Als selbstständiger Goldschmiedemeister hat man immerhin die Möglichkeit, die Preise für seine Schmuckstücke selbst festzulegen. Die meisten Kunden werden allerdings eher Interesse an günstigen Imitaten haben, sodass meist nur kleinere Gewinne rausspringen. Wer es allerdings schafft eine Stammkundschaft aufzubauen (beispielsweise Menschen die Goldschmuck als Geldanlage erwerben) kann durchaus gutes Geld verdienen.

Die Tätigkeit eines Goldschmieds und was diese alles umfasst

Die Berufsbezeichnung verrät bereits, dass ein Goldschmied im Grunde nichts anderes als ein Schmied ist, der sich mit dem Edelmetall Gold befasst. Allerdings umfasst das Tätigkeitsfeld eines Goldschmiedes wesentlich mehr, als das Bloße Herstellen von Goldschmuck. Man gilt nämlich als Experte in seinem Bereich. Somit spielt auch die Beratung von Kunden eine wichtige Rolle. Diese suchen einen beispielsweise auf, wenn sie den Wert eines ihrer Schmuckstücke bestimmt haben oder Reparaturdienste in Anspruch nehmen wollen. Aber auch allgemeine Fragen zu Gold sind sehr beliebt, vor allem unter potentiellen Anlegern. Wer hier überzeugend ist und mit einem großen Fachwissen punkten kann, steigert seine Chancen (als Selbständiger) erheblich. In seltenen Fällen springt der Goldschmied auch als Modeberater ein. Das ist beispielsweise dann der Fall, wenn man eine angehende Braut als Kunde hat, die sich mit Goldschmuck für die Hochzeit eindecken möchte. Als Goldschmied sollte einem dabei bewusst sein, dass man auch Schmuckstücke auf Kundenwunsch anfertigen muss. Zumindest ist es ratsam diesen Service anzubieten. Kreativität ist dabei in jeder Hinsicht hilfreich.