Ritalin: Wie das ADHS Medikament unzählige Menschen in Deutschland arbeitsfähig hält

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Viele Menschen leiden an psychischen Erkrankungen. Nicht nur in Deutschland, sondern auf der ganzen Welt. Besonders störend sind dabei natürlich Erkrankungen, die die Arbeitsfähigkeit einschränken. Schließlich hindern diese einen daran, dass man eine Karriere aufbaut und Geld verdient. Eine sehr häufige und problematische Erkrankung ist dabei ADHS. Schätzungsweise leiden etwa 5% der Kinder und Jugendliche in Deutschland an der Krankheit. Bei mehr als der Hälfte bleiben Symptome von ADHS im Erwachsenenalter bestehen. Das kann natürlich zu Problemen führen, die sich auch negativ auf das Arbeitsleben auswirken. Damit Menschen weiterhin arbeitsfähig bleiben und nicht zu sehr unter Ihrer ADHS-Erkrankung leiden, wurde das Medikament Ritalin entwickelt. Was es damit auf sich hat und wie es womöglich auch Ihnen helfen kann, möchten wir hier gerne zeigen.

Was ADHS ist und wie es die Arbeitsfähigkeit erschwert

ADHS bezeichnet die Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätsstörung. Es ist die häufigste psychische Erkrankung unter Erwachsenen und Jugendlichen. Die neurobiologische Störung hat viel Auswirkungen, die das Leben des Betroffenen maßgeblich erschweren können. Besonders problematisch ist dabei der Leistungsbereich. Im schlimmsten Fall kann sogar eine gänzliche Arbeitsunfähigkeit drohen. Was für Symptome auftreten und wie stark diese letztendlich ausgeprägt sind, kann sich von Person zu Person unterscheiden. Erst wenn die Symptome situationsübergreifend und in einem besonders starken Maße vorkommen, kann die Diagnose ADHS erteilt werden.

Einige Symptome von ADHS die die Leistungsfähigkeit stark einschränken können:

  • Schwerwiegende Konzentrationsprobleme
  • Schwierigkeiten bei der Organisation von Arbeiten
  • Impulsives und vorschnelles Handeln
  • Eingeschränktes Erinnerungsvermögen
  • Erhebliche Kommunikationsprobleme
  • Überhöhter Drang nach Selbstbestimmtheit
  • Aufschieben von bevorstehenden Aufgaben
  • Erhöhte Reizbarkeit

Wie Ritalin Menschen mit ADHS wieder arbeitsfähig macht

Ritalin enthält den Wirkstoff Methylphenidat. Dieser ist zwar auch in einigen anderen Medikamenten enthalten, allerdings ist Ritalin eines der am besten verträglichsten und beliebtesten. Ritalin wird vom Arzt verschrieben und im Zuge einer längerfristigen Therapie eingenommen. Bevor das allerdings passiert, wird man erst hinreichend über Risiken und Nebenwirkungen des Medikaments informiert. Bei Methylphenidat handelt es sich um ein Stimulans, welches das Dopamin-Transporter-System im Nervensystem blockiert. Diese Blockade hält einige Stunden an und wirkt den ADHS-Symptomen entgegen. Menschen mit ADHS haben nämlich eine höhere Anzahl besagter Dopamintransporter. Dadurch, dass Ritalin eingenommen wird, pendelt sich die Anzahl auf die eines normalen Menschen ein. Eine normale Wahrnehmung und Konzentration sind also wiedergegeben. Trotz des kurzen Wirkungszeitraums, kann Ritalin langfristig bei ADHS helfen. Das Ziel der Therapie ist im Grunde, dass der Betroffene ein normales Leben führen kann, ohne auf Ritalin zurückgreifen zu müssen.

Warum Ritalin als umstrittenes Medikament gilt

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Ritalin gilt als Wundermedikament. Dennoch gibt es zahlreiche Gegner, die vehement gegen die Einnahme von Ritalin sind. Das liegt unter anderem daran, dass Ritalin nicht frei von Risiken und Nebenwirkungen ist. Besonders bei einer zu hohen Dosierung, kann es zu ernsthaften Problemen kommen. Dazu gehören beispielsweise Angstzustände, Unruhe, Schwindel und Herzstolpern. Selbst eine Panikattacke kann nicht ausgeschlossen werden. Doch selbst bei einer richtigen Dosierung, können derartige Effekte nicht ausgeschlossen werden. Es wird sehr oft beklagt, dass Ritalin einen zum Zombie macht. Ebenso gilt es als ausgesprochen suchtgefährdend. Daher ziehen viele Eltern es vor, ihren Kindern kein Ritalin zu verabreichen. Ob man Ritalin nun verteufelt oder anpreist, es steht fest, dass die therapeutische Sicherheit von Ritalin ausgesprochen hoch ist. Gerade bei oraler Aufnahme, braucht nicht mit einer toxischen Wirkung gerechnet zu werden. Dennoch handelt es ich bei Ritalin um eine Droge. Das sollte einem auf jeden Fall bewusst sein, wenn man sich für eine Einnahme des Medikaments entscheidet.

Weitere Faktoren die zur Arbeitsfähigkeit von ADHS-Patienten beitragen

Dank Ritalin sind eine Menge Menschen in Deutschland wieder arbeitsfähig. Doch Ritalin allein ist noch längst keine Sicherheit, dass der ADHS-Patient langfristig im Beruf zurechtkommt. Es sollten also noch weitere Faktoren gegeben sein, um als Betroffener dauerhaft von Ritalin profitieren zu können. Von besonderer Wichtigkeit ist dabei das Arbeitsklima. Dieses ist generell von Bedeutung. Bei Menschen mit ADHS jedoch, nimmt das Arbeitsklima eine noch größere Rolle ein. Das liegt daran, dass ADHS-Betroffene sehr emotional sind und einen enormen Wert auf zwischenmenschliche Beziehungen legen. Sollte das Arbeitsklima also nicht stimmen, kann womöglich selbst Ritalin keine ausreichende Stütze sein. Dasselbe gilt für die Arbeitsbedingungen. Wichtig sind hier beispielsweise die Arbeitszeiten, der Arbeitsplatz, die Bezahlung und mögliche Ablenkungsquellen. Ebenso sollte ein ADHS-Betroffener nur einer Arbeit nachgehen, die diesem auch wirklich Spaß macht. Generell sollte das der entscheidende Faktor sein, wenn man sich auf Arbeitssuche begibt. Bei Menschen mit ADHS ist er aber umso wichtiger. Diese neigen nämlich schnell dazu die Motivation zu verlieren und alles stehen und liegen zu lassen. Eine impulsive Kündigung ist dabei keine Seltenheit.